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Samstag, 05. Juni 2010
Ansprache von Frau Oberbürgermeisterin Roth anlässlich des Empfangs 150 Jahre TG Bornheim
„Es gilt das gesprochene Wort!“
 
150 Jahre alt werden nicht viele, Vereine nur dann, wenn sehr viele Menschen über Generationen hinweg der Meinung waren, dass diese Wertegemeinschaft auch sie bereicherte! Der TG Bornheim ist dies gelungen. Und dies, obwohl diese Zeiten in unserer Gesellschaft immer wieder vom Wandel berührt waren!
 
- dem Ehrenamt,
- der ehrenamtlichen Tätigkeit
und der Professionalisierung des Vereinswesens!
 
Stimmt es, dass projektorientiertes, zeitlich begrenztes Engagement und lockere Initiativgruppen oder Netzwerke heute eher zeitgemäß sind als quasi lebenslange Vereinsmitgliedschaften und festgefügte Vereinsstrukturen? Zweifellos ist einiges daran richtig. In einer internationalen Metropole wie Frankfurt mit hoher Fluktuation der Bevölkerung (++ Wachstum 670.000) kann die Zahl der sich jahrzehntelang in ein und demselben Verein Engagierenden, nicht konstant bleiben. Umso wichtiger ist der Fortbestand der Strukturen, die den Rahmen für solches - sei es auch nur zeitweiliges – Engagement bieten.Ich sage, diese Strukturen bilden ein Sozio-Biotop, sie sind sozusagen das Auffangbecken, in dem sich Wissen und Erfahrung zu einem Kreativitätspool verbinden, verdichten und vor allem erhalten werden. Diese Biotope sind somit ein kollektives Gedächtnis, ein Speicher des unverzichtbaren bürgerschaftlichen Engagements! Vereine sind wie Mörtel, der die Mauern unserer Gesellschaft festigt!Diese gesellschaftliche Bedeutung wirkt weit über den Vereinszweck hinaus. Heute ist die Integration von Einwanderern ein intensiv diskutiertes Beispiel.
 
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
unsere Gesellschaft kann, wie jede Mannschaft, nur gut funktionieren, wenn die einzelnen Teile sich gleichberechtigt und friedlich zusammenfinden! Alte und Junge, Behinderte und Nichtbehinderte, Männer und Frauen, alle Religionen und Nationen – und sich in ihr zuhause und aufgehoben fühlen. Denn die Summe dieser Teile ist mehr als unsere Gesellschaft. Und was bedeutet für uns im Sport der Begriff „Integration“? Aus dem Griechischen bzw. Lateinischen übersetzt bedeutet Integration „Herstellung eines Ganzen“. Und für mich ist der Sport – im gesellschaftlichen Prozess der Integration, im „Herstellen eines Ganzen“ – das vielleicht wichtigste Element. Diese täglich erbrachte Integrationsleistung im Sport – auch im organisierten Sport – ist für die nachwachsende Generation der Kinder und Jugendlichen schlichtweg unbezahlbar. Es gibt positive Daten. So hatte die Shell-Jugendstudie herausgefunden, dass mehr als 35% aller 15- bis 24-jährigen in Deutschland Mitglied in einem Sportverein sind. Beim Sport werden soziale Schranken überbrückt, Netzwerke geknüpft, wird Integration gelebt und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in jeder Hinsicht gefördert. Unsere Kinder und Jugendlichen erfahren beim Training  - Fairness, - Teamgeist, - Respekt und praktizieren das Einhalten von Regeln. Diese Erfahrung der Jugend stellt die Wissenschaft in Zusammenhang mit der Entwicklung körperlicher und geistiger Fähigkeiten!
 
Diese emotionale Bildung befähigt zu einer leichteren Teilhabe am Bildungssystem und im Arbeitsmarkt - eine wesentliche Grundvoraussetzung für Stabilität und sozialen Frieden! Unterstützen wir als Gesellschaft diese Aufgaben nicht, verliert die Stadt, das Gemeinwesen, unsere Heimat ihre Legitimation und ihre Funktion als Innovationsplatz und Arbeitsmarkt! Ach ja, und da war doch noch was: Aber Sport ist viel mehr als „nur“ ein Standortfaktor. Sport macht Spaß! Ihnen gehört die Zukunft! Sport bringt Freude und gemeinsames Erleben für die Menschen, Sport macht und hält fit, -Nicht nur als umjubelter Sieger, sondern auch als fairer Verlierer. Und Sport macht schlicht und einfach Spaß!
 
Und davon wünsche ich Ihnen für die nächsten 150 Jahre
jede Menge – der Erfolg stellt sich dann schon von selbst ein!
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